Bilder aus dem Prompt: KI zwischen Markt, Kunst und Verantwortung
Zwischen emotionalem Storytelling und der KI-sierung des Bildes – Ein Panel mit Tobias Fueter und Boris Eldagsen
Generative KI hat die visuelle Produktion radikal verändert. Jenseits der technischen Machbarkeit stellen sich Fragen, die tief an unser Selbstverständnis als Kreative rühren. Was bedeutet die KI-sierung unserer Kommunikation, wenn Bilder und Narrative massenhaft an Algorithmen delegiert werden?
An unserem Panel an der Zürcher Hochschule der Künste treffen zwei profilierte, konträre Positionen aufeinander, um das Spannungsfeld zwischen kommerzieller Anwendung und künstlerischer Intervention auszuloten:
Tobias Fueter (Filmemacher)
Als preisgekrönter Werberegisseur und Mit-Inhaber der Firma Stories AG nutzt Tobias KI als pragmatisches Werkzeug für emotionales Storytelling. Mit seinem KI-generierten Werbespot für Hiltl realisierte er eine Pionierarbeit in der Markenkommunikation. Für Tobias ist die Technologie ein Wegweiser für neue Produktionsmodelle, die komplexe visuelle Welten jenseits klassischer Millionenbudgets realisierbar machen und die gestalterische Freiheit im kommerziellen Markt radikal erweitern.
Boris Eldagsen (Fotokünstler)
Er setzt KI als künstlerisches Instrument zur Befragung des Wahrheitsanspruchs an Bilder ein. Seine Arbeiten kreisen um Erinnerung, Projektion und bewusste Konstruktion und verschieben die Grenzen zwischen fotografischem Dokument und synthetischem Bild. Internationale Aufmerksamkeit erhielt er 2023 mit der Ablehnung einer Auszeichnung der Sony World Photography Awards für ein KI-generiertes Bild, wodurch er eine weltweite Debatte über Fotografie und KI anstiess.
Zwischen klassischem Storytelling und kritischer Intervention verhandeln die beiden Experten die Relevanz menschlicher Erfahrung gegenüber dem statistischen Mittelwert einer KI.
Moderation: Filmemacher und Forscher Manuel Flurin Hendry
16.04.2026
Paneldiskussion, Q&A
17:30 Uhr
Kino Toni
